Mein Jahresrückblick auf die analoge Fotografie in 2025
Wie das Jahr zuvor habe ich auch in 2025 fleissig analog auf Film fotografiert. Dabei lag der Schwerpunkt dieses Jahr mehr auf Konsolidierung und Prüfung meiner Anschaffungen der letzten Jahre. Ich habe weniger Ausrüstung dazu gekauft, sondern wirklich mehr fotografiert, entwickelt und gescannt. Dabei wollte ich mir im Alltag treu bleiben und für jeden neuen Film auch eine andere Kamera aus dem Portfolio wählen. Ausnahme waren allein die Urlaubsreisen nach Wales und Südfrankreich, wo dann meine PENTAX 645 auch mal mehrere Rollen Film hintereinander sehen durfte. Ansonsten habe ich insbesondere auf kurzen Fotowalks oft analog fotografiert, manchmal sogar exklusiv ohne digitales Backup. Dennoch bleibt die digitale Fotografie bei mir weiterhin dominant, wenn auch mein Blog in den letzten beiden Jahren anderes vermuten ließe.
Ein wenig Statisik? Insgesamt habe ich 40 Rollen Film mit 17 verschiedenen Kameras geschossen. Hauptsächlich habe ich – wenig überraschend – Kameras der Marke PENTAX genutzt (8 SLRs und 2 Kompakte). Weiterhin Favorit ist meine 645. Durch einen Sturzschaden während unseres Wales Sommerurlaubs ist noch eine 645N als Backup dazu gekommen, die ich aber im nächsten Jahr erst so richtig kennenlernen möchte. Die erste 645 mit manueller Fokussierung wird aber auch jeden Fall bleiben. Ansonsten sind nur wenige Gehäuse in 2025 dazu gekommen, insbesondere die Yashicas (die Mat-124G TLR für 6×6 Mittelformat sowie zwei Yashica Electro 35 Modelle) und noch zwei günstige PENTAX SLRs (P50 sowie eine schwarze ME). Der Sogkraft einer LX kurz vor Weihnachten konnte ich gerade so noch widerstehen.
Folgende Bilder zeigen das Ensemble der Kameras, die dieses Jahr zum Einsatz kommen durften. Die 645N ist da auch schon vertreten, allerdings durfte sie bisher nur einen Problefilm belichten.



Die 40 belichteten Filme verteilen sich paritätisch auf 20 Rollfilme und 20 Kleinbild-Filme. Das sind ca. 1000 Auslöser. Von den Filmen sind wiederum 8 Rollfilme und 6 KB Filme schwarz-weiß gewesen und im Küchenlabor selbst entwickelt worden. Einen Favoriten bei der verwendeten Entwickler-Chemie habe ich noch nicht ausgemacht, am meisten eingesetzt habe ich Perceptol oder D76. Bei den verwendeten SW Filmen habe ich die üblichen Verdächtigen alle einmal durch, also Ilford Delta 100 und 400, FP4 Plus und HP5 Plus, Kodak TMax 100, Agfa APX 100 und 400 sowie Kentmere. Der Kentmere Pan 200 scheint sich bei mir als Alrounder und Preis-Leistungssieger durchzusetzen, zumindet habe ich mich mit diesem Film jetzt für 2026 bevorratet. Dazu hat mich der ADOX HR-50 angefixt, den ich auf einem Fotowalk von Urbanfilmlab durch Nijmegen ausprobieren durfte. SW habe ich durchgäng auch dann selber gescannt, klar wenn ich auch selber entwickelt habe.
Bei Farbe sieht das noch ein wenig anders aus. Hier habe ich auch einiges an verschiedenen Filmen ausprobiert, bspw. die günstigen KodakColor Plus 200 und Agfaphoto Color 400, oder auch einen abgelaufenen Fuji Superia 400. Meinen kleinen Portra Vorrat im Kühlschrank habe ich dagegen geschont, auch den SantaColor 100 habe ich immer noch nicht probiert. Am meisten habe ich einfach mit Kodak Gold fotografiert, sowohl Kleinbild als auch 120er Rollfilm vornehmlich auf Reisen. Meine Entdeckung und Empfehlung in 2025 war dann aber der neue OptiColor 200, den ich auch in einem eigenen Artikel vorgestellt habe. Auf der Analog Art Affair Ende November habe ich mich dann mit einigen Rollen des finalen Films eingedeckt und bin unheimlich gespannt, wie der auf 6×4,5 abliefern wird. Ich schätze, dass ich diesen Film dann in 2026 hautpsächlich nutzen möchte.


Mir ist klar, das sind alles nur nüchterne Aufzählungen, die wenig Einblick in meine Beziehung zur analogen Fotografie erlauben. Außer vielleicht die Unentschlossenheit, das Noch-Nicht-Festlegen-Wollen, Herumprobieren. Ich bin noch nicht an dem Punkt angekommen, wo ich mich wirklich auf das analoge Bildermachen allein um der Bilder willen selbst konzentriere. Noch geht es zuviel auch um die Technik. Die große Auswahl der Gehäuse und Filme ist Fluch und Segen zugleich. Zugerne würde ich mich einfach auf ein, zwei oder drei Kameras zum Fotografieren konzentrieren wollen, während die anderen als Sammlerstücke in der Vitrine bewundert werden dürfen. Aber das gelingt mir noch nicht. Klar habe ich die ein oder andere Favoritin, aber das ist noch keine dauferhafte Festlegung. Der Prozess ist noch im Gange, aber so richtig glücklich macht er mich noch nicht. Dagegen ist mein Verhälntis zur digitalen Fotografie gerade viel entspannter. Hier gibt es aktuell auch keine Begehrlichkeiten mehr.
Nochmal zurück zur Analog Art Affair. Die Veranstaltung rund um die analoge Fotografie verdient auf jeden Fall noch ein paar geschriebene Worte. Sie fand dieses Jahr zum aller ersten Mal statt, und zwar in der BASE im Karlswerk, Köln Mühlheim. Ich war mit meinem Sohn Jakob leider nur für zwei Stunden vor Ort, da wir beide noch in der Innenstadt zum Sushi Essen verabredet waren. Zuvor hatte ich aber noch ein paar bekannte Gesichter dort getroffen, so z.B. den Flo vom ISO400 Podcast, Tobi von Urban Filmlab (immer noch mein Nummer-Eins-Labor für Entwicklung und Scans) sowie ein paar Bekannte aus dem Fotografie-Tut-Gut Freundeskreis. Selbst ein paar versprengte Pentaxians sollen vor Ort gesichtet worden sein.
Ich fand die Veranstaltung wirklich gut. Die BASE im Karlswerk mit ihrem nostlagischen Backstein-Industrie-Charme bot genau die richtige Örtlichkeit. Recht klein und überschaubar, aber wirklich nett und angenehme Atmosphäre. Die Veranstaltung sollte erst den Auftakt geben für eine hoffentlich dauerhafte Messe in Köln rund um das Thema analoge Fotografie. Die Veranstalter aus dem Kreis des Exposure Cologne Podcasts waren rund um zufrieden, sowohl mit den Besuchszahlen als auch den Zuspruch der Firmen und Aussteller vor Ort. Nächstes Jahr im Spätsommer soll dann eine Fortsetzung mit noch mehr Programm kommen.
Kleine Anektode: zu Silvester hat mir ein befreundetes Paar den Köln Kalender 2025 von Ben Hammer geschenkt, einem der Inititoren und Organisatoren der Analogue Art Affair. Nina ist mit Patrick verheiratet, der Ben schon seit eingen Jahren kennt über seine Arbeit als Konzert und Künstler Fotograf, u.a. für den Musiker Maxim.





Für mich persönlich soll für das neue Jahr weiterhin gelten: mehr fotografieren, weniger konsumieren. Eventuell werde ich mir wieder eine PENTAX 17 zum Sommer leisten wollen, die LX ist noch nicht ganz aus dem Sinn (wie seit Jahren) und eine schwarze MX würde der Sammlung auch noch gut stehen. Aber mehr nicht (OK, klingt doch schon viel). Eventuell arbeite ich auch noch an der Verbesserung meines Scan Setups, wobei mir am meisten Sorge immer noch die Software zur Entwicklung der Scans bereitet. Ich nutze weiterhin den Platzhirsch Negative Lab Pro, aber so richtig zufrieden bin ich damit nicht.
Wie im Jahr zuvor habe ich auch dieses Jahr ein Fotoheft zusammengestellt, in dem nur Bilder abgedruckt sind, die ursprünglich auf Film entstanden sind. Es gibt einfach nichts Besseres zum Geniessen der eigenen Bilder (egal ob digitalem oder analogen Ursprungs), als diese auf Papier zu bringen und durchblättern zu können – sei es als Stapel von Fotoabzügen oder in einem Fotobuch oder -heft.


Zum Glück ist das Fotoheft gerade rechtzeitig einen Tag vor Heiligabend angekommen. Diese Jahr lass ich Dich daran teilhaben und veröffentliche mein Fotoheft hier im Blog – aber eben „leider“ nur in der digitalen Lösung. Das greifbare Fotoheft bleibt als Unikat unserem Haushalt vorbehalten.


























































































































Meine Güte lieber Dirk, das ist viel Aktivität. Nein dagegen kann ich nicht ‚anstinken‘ und werde es auch nächstes Jahr nicht können. Aber zumindest kann icb ein bisschen teilnehmen, indem ich Deinen Blog lese und mich inspirieren lasse.
Komm gut ins neue Jahr und behalte Deine Begeisterung! Viele Grüße aus dem Süden:
Stefan
PS: Die 17. Kribbelt bei mir auch immer noch, obwohl ich mich bislang noch dagegen entschieden hatte. Hmmm.
Hi Stefan! Lieben Dank für Deine Antwort. Ich werde Deinen Blog sicher auch weiter verfolgen!